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Funktions-MRT (Funktions-cine-MRT)

Unter Funktions-MRT oder Funktions-cine-MRT versteht man eine dynamische Kernspintomographie eines Körperteils oder Organs wobei entweder Bewegungsabläufe oder Organfunktionen untersucht werden. Dabei werden wie bei einem kinematographischen Film („cine“) in schneller Folge Schnittbilder an derselben Stelle erzeugt. Dadurch können Bewegungsabläufe im Körper analysiert werden. Dies kann die Funktion eines Gelenks oder aber auch z.B. der Darmfunktion sein.

Ein Beispiel für eine funktionelle MRT ist die Verwachsungsbauch-MRT:

Bei der funktionellen Verwachsungs-MRT werden Adhäsionen oder Verwachsungen des Darms an der Bauchwand festgestellt bzw-. ausgeschlossen. Dies ist wichtig um etwa die Ursachen eines Darmverschlusses nach Operationen (Ileus) und so genannte Verwachsungsbeschwerden abzuklären. Mit schnellen dynamischen MRT-Sequenzen lassen sich Briden und Verwachsungen der Darmschlingen untereinander oder an der Bauchwand feststellen. Dabei ist die Funktions-cine-MRT ein wertvoller Hinweis auf die zugrunde liegenden Beschwerden des Patienten, da Untersuchung wie Röntgen-Magen-Darmpassage oder CT die Ursachen der Darmpassagestörung oft nicht erkennen lassen.

adhesio Beispiel einer dynamischen Verwachsungs-MRT

Videoclip:
Beispiel einer dynamischen Verwachsungs-MRT zum Ausschluss von Adhäsionen. Normale Verschieblichkeit der Darmschlingen zur Bauchwand.

Ein anderes Beispiel einer Funktions-MRT ist die MR-Defäkographie, mit der die Mastdarmfunktion untersucht wird. Bei der MR-Defäkographie wird die Mastdarm mit ca. 100 bis 200 ml Ultraschallgel gefüllt und dann eine rasche Folge von schnellen sagittalen MR-Sequenzen unter Hebung und Senkung des Beckenbodens sowie Entleerung durchgeführt. Die MR-Defäkographie ersetzt bei der Frage nach Darmprolaps und Darmentleerungsstörung, sowie Stuhlinkontinenz die früher übliche Röntgen-Defäkographie. Vorteil der MR-Defäkographie, ist außer dass keine Strahlen angewandt werden, vor allem, dass neben dem Enddarm auch Blase, Gebärmutter und Dünndarm mit beurteilt werden können.

Im Kernspin im Klinikum Landshut wird die Untersuchung unter anderem auf Überweisung aus der Darminkontinenzsprechstunde (OA Dr. Woidy) durchgeführt.

defeco Ein anderes Beispiel einer Funktions-MRT ist die MR-Defäkographie

Videoclip:
Beispiel einer MR-Defäkographie mit Rektumprolaps und vorderer Rektozele.